GNSS vs. GPS — was ist der Unterschied?
„GPS“ und „GNSS“ werden leicht verwechselt, doch die Beziehung ist einfach. GPS ist der „Name“ eines US-Systems, und GNSS ist der „Oberbegriff“ für alle. Wir nennen die Handy-Ortung „GPS“, weil GPS am bekanntesten ist — doch tatsächlich werden mehrere Systeme verschiedener Länder gemeinsam genutzt.
GPS = ein US-System
GPS (Global Positioning System) ist der Eigenname des von den USA betriebenen Satellitenpositionierungssystems. Weil es sich als erstes weit verbreitete, wurde es zum Synonym für die Satellitenpositionierung selbst.
GNSS = der Oberbegriff für alle Satellitenpositionierungssysteme
GNSS (Globales Navigationssatellitensystem) ist der Oberbegriff und umfasst: GPS (USA), GLONASS (Russland), Galileo (Europa), BeiDou (China), QZSS / Michibiki (Japan, regional) und NavIC (Indien, regional). Mit anderen Worten: „GNSS = die Gesamtheit der Positionierungssatelliten der Welt, GPS eingeschlossen“.
Warum die Nutzung mehrerer Konstellationen gut ist
Je mehr Satelliten du nutzen kannst, desto stabiler bleibt deine Position selbst in Straßenschluchten und Bergen, was Genauigkeit und Verfügbarkeit erhöht — denn mit mehr Satelliten am Himmel bleiben genug übrig, selbst wenn einige Signale blockiert werden. Auch bei RTK gilt: je mehr Konstellationen nutzbar sind, desto leichter ein hochgenauer „Fix“.
Die besondere Rolle von QZSS (Michibiki)
Japans QZSS (Michibiki) fliegt eine Bahn, die lange hoch über Japan verweilt, sodass es selbst in Städten unter hohem Elevationswinkel sichtbar ist. Zudem sendet es Augmentierungen namens CLAS und MADOCA und ermöglicht mit einem kompatiblen Empfänger cm-Positionierung.
Heutige Empfänger sind standardmäßig „Multi-GNSS“
Aktuelle Empfänger wie der u-blox F9P unterstützen mehrere Konstellationen und mehrere Frequenzen. Auch KUONs Reichhaltigkeits-Score der Stationen vergibt Punkte für die Zahl der unterstützten Konstellationen.